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„Oh wundertätige Heilige Jung frau Maria von Schomlenberg, schütze dein Szekler-Volk und hilf ihm!” 

Die geographische Lage von Schomlenberg

Das Csíkier-Becken erstreckt sich längsseitig in nördliche und südliche Richtung und es wird vom Berg Schomlen in zwei Teile oder Regionen geteilt: in Region Niedercsík und in Region Obercsík. Am Fuße dieses Berges Schomlen, in der südlichen Ecke von Felcsík, liegt Schomlenberg. Die Geschichte von Schomlenberg beginnt im 12./13. Jahrhundert. Zum ersten Mal wurde die Ortschaft in einem päpstlichen Zehntenverzeichnis von 1333 unter dem Namen Sumbov, im Jahre 1334 als Sumlov erwähnt. Der ungarische Ortsname „Somlyó” ist türkischer Herkunft und bedeutet Tannenwald. Zur heutigen Ortschaft gehören die Gemeinde, die Wallfahrtskirche, das Kloster und dessen Umgebung.

 Franziskaner in Schomlenberg

Über den Anfang der Niederlassung der Franziskaner im Csík-Becken hat man keine genauen Daten. Einige Historiker behaupten, das Jahr der ersten Niederlassung wäre 1352, andere meinen 1372, wieder andere sind der Meinung, dass die Franziskaner noch später nach Schomlenberg gekommen wären. Laut P. Fortunát Boros stammen die ersten diesbezüglichen schrift lichen Daten vom 29. Oktober 1400:
„Papst Bonifatius IX. erteilte Bertalan von Alverna, dem bosnischen Statthalter, die Erlaubnis zur Gründung von vier Franziskanerklöstern in der nach dem Heiland benannten ungarischen Franziskanerprovinz in der Nähe von Chichiense, die wegen der Kriegsverbäetnisse von den Franziskannern mehrmals verlassen wurde, zu der aber sie immer zurückkehrten.“

 

Die Geschichte der Gnadenkirche 

Die gotische Kirche

Die genauen Daten der Errichtung des Baus der ursprüngliche Kirche sind zwar umbekannt, aber es gibt  Nachweise, dass der Wiederaufb au der durch die öft eren Tatareneinbrüche beschädigten Kirche notwendig
wurde. Diese wurde zwischen den Jahren 1442-1448 rekonstruiert. In diesen Jahren wurden die erweiterte
gotische Kirche und das kleinere gotische Kloster erbaut. Beim Bau der Kirche leistete János Hunyadi, Fürst von Siebenbürgen, 1442 aus Dankbarkeit wegen seines Sieges über die Türken Hilfe. Die Kirche wurde 1448
zu Ehren der Gottesmutter Maria geweiht. Die Kirche trägt das Patrozinium „Mariä Heimsuchung” (Bezeichnung für den Besuch Marias bei ihrer Kusine Elisabeth). Schon in den Jahren um 1440 waren die Kirche und das Kloster mit massiven Steinmauern umgeben. Hierher fl üchtete das Volk der Umgebung im 16.  und im 17. Jahrhundert vor den wiederholten Einbrüchen. Die gotische Kirche und das Kloster wurden in dem 16. –17. Jahrhunderten mehrmals restauriert und erweitert. Die Fertigstellung des Klosters in seiner heutigen Gestalt geschah zwischen den Jahren 1773-1779.

 

Die Barock-Kirche

Die spitzbogige Klosterkirche existierte bis 1802, danach wurden ihre Materialien in die heutige Barock-Kirche eingebaut. Der Bau der neuen barocken Gnadenkirche wurde 1804 nach Plänen des Architekten Konstantin Schmidt begonnen. Der größte Teil der Kircheneinrichtung wurde vom Miklós Papp, Maler und Bildhauer aus Kronstadt, angefertigt. Der Bau der meisten Nebenaltäre vollzog sich in der ersten Hälft e des 19. Jahrhunderts, parallel mit dem Umbau der Kirche. Schließlich wurde die neue Gnadenkirche am 20. August 1876 von Mihály Fogarassy, Bischof Siebenbürgens, feierlich eingeweiht. Die Gnadenkirche erhielt 1948 vom Papst Pius XII. den Titel „Basilica minor”. Die heutige Kirche ist 58 Meter lang, das Kirchenschiff ist 22 Meter und des Altarraum 17 Meter breit. Die Höhe des Kirchenschiff es beträgt 18 Meter. Die Höhe des Kirchturms bis zum Kreuz beträgt 55 m. 

 

Die Fassade der Gnadenkirche

Die Eingangstüre der Kirche wurden 1838 von Félix Názán geschaff en. Das Glasfenster über dem Haupteingang stellt das Christus- und Marien-Monogramm sowie das Wappen der Franziskaner dar. Das Innere der Gnadenkirche wurde 1911 von Fülöp Urbanszky, Maler aus Klausenburg, ausgemalt.
Die an der Fassade der Gnadenkirche sichtbare Marienstatue aus Kupfer wurde 1837 von einem Ziseliermeister namens Rothenbacher geschaff en. Darunter befi ndet sich eine Chronostikon-Inschrift , die das Jahr 1830 versteckt. In jenem Jahr wurden nämlich die zwei Kirchtürme vollendet: 
SpLenDor ab eLIsIs CeLebri reDIt arte rVInIs aeDIbVs Oh Virgo gLorIa nostra tVIs. 
(Oh Heilige Jungfrau, unsere Glorie, Dein Heiligtum erneuert sich aus den Trümmern, dank hervorragender Kunst.)

 

Das Innere der Gnadenkirche 

Die bunten Glasfenster

 Die bunten Glasfenster der Gnadenkirche stammen aus dem Jahre 1905. Sie wurden in Tschechien von der Firma Richard Schlein in Grottau geschaff en. Sie stellen die Hl. Klara von Assisi, den Hl. Johannes  Capistranus, den Hl. Josef, die Hl. Margareta von Ungarn, den Hl. Franz von Assisi, die Hl. Elisabeth von Thüringen (auch Elisabeth von Ungarn genannt), den Hl. Emericus (Emerich) und den Hl. Antonius von Padua dar. Außerdem gibt es noch zwei bunte Glasfenster im Chorraum, die die Hl. Cäcilia und die Hl.
Agnes darstellen. Das Glasfenster, das den Hl. Franz von Assisi darstellt, ist Votivgabe von Antal Fejér und dessen Frau Margit Száva. Das Glasfenster, das die Hl. Cäcilia darstellt, ist Votivgabe von Frau Istvánné Mélik aus Gyergyóremete.

 

Die Gedenktafeln

Links neben dem Eingang der Gnadenkirche befindet sich ein Gedenkstein für Kelemen Mikes, den bergespan
von Háromszék. An den Trägern in der Vorhalle der Kirche bewahren die Marmortafeln das Gedenken an die Großen des Schomlenberger Franziskanerklosters: 
P. Miklós Somlyai (1598-1661)
P. Kázmér Domokos (1606-1677)
P. János Kájoni (1629-1687)
P. István Görög (1631-1678)
P. Jukundián Simon (1813-1894)
P. Fidél Benedek (1907-1979)
P. János Écsy (1919-1982)
Marmortafeln weisen auch auf die siegreiche Schlacht von 1567 gegen die Truppen des Fürsten Zsigmond János sowie auf die Restaurierungsarbeiten nach dem schweren Erdbeben aus dem Jahre 1940 hin.

 

Des Leidender Jesus-Altar

Der Leidender Jesus-Altar und der Heiliges-Grab-Altar befi nden sich unter dem Chorraum und sie wurden 1855 gebaut. Der Stift er wollte unbekannt bleiben, so kennt ihn nur Gott. Die Statue der Hl. Theresia von Lisieux stift ete 1933 Frau Dr. Jenőné Hegyi aus Budapest. Die Statue des Hl. Josefs wurde 1938 von Gábor Vágó geschaff en, sie wurde von Lajos Szopos gestift et.

 

Der Hl. Johannes der Täufer-Altar

Der Johannes der Täufer-Altar wurde 1840 vom Händler János Lukács und dessen Frau Sára Mánya gestift et. Das obere Altarbild zeigt die Hl. Sarah, das untere Altarbild stellt die Hl. Maria Magdalena von Magdala dar.

 

Der Hl. Johannes von Nepomuk-Altar

 

Der Hl. Johannes von Nepomuk-Altar wurde 1935 von János Botsántzi und seinen Söhnen gestift et. Erwurde
von Miklós Papp geschaff en. Das obere Altarbild zeigt den Besuch Marias bei ihrer Kusine Elisabeth, das untere Altarbild stellt den Hl. Wendelin in priesterlichen Gewändern dar.

 

Der Hl. Anna-Altar

Der Hl. Anna-Altar wurde 1839 von der verwitweten Mártonné Rakovszky, Baronin Anna Henter, gestift et. Er wurde von Miklós Papp geschaff en. Das obere Altarbild zeigt die Hl. Apollonia, das untere Altarbild stellt die Geburt Jesus Christi dar.

 

Der Hl. Elisabeth-Altar

Der Hl. Elisabeth-Altar wurde 1938 geschaff en. Der Altar wurde 1836 von Ignác Bálint und dessen Frau Juliánna Bors zu Ehren des Ignatius von Loyola gestift et. Dieses Altarbild wurde 1938 mit dem heutigen Altarbild zu Ehren der Heiligen Elisabeth von Th üringen/von Ungarn ausgetauscht. Das originale Altarbild befi ndet sich im Chorraum. Das obere Altarbild zeigt die Hl. Juliana, das untere Altarbild stellt das letzte Abendmahl des Herrn dar. Beide wurden von Miklós Papp geschaff en. Das neue, große Altarbild wurde von János Bulhárd gemalt und von der Familie Krauter gestift et.

 

Der Hl. Franz von Assisi-Altar

Der Hl. Franz von Assisi-Altar wurde 1840 geschaff en. Das obere Altarbild zeigt den Hl. Nikolaus. Es wurde von Miklós Papp gemalt. Das untere Altarbild stellt den Hl. Franz von Assisi dar. Es wurde 1838 von József  Csűrös in Klausenburg geschaff en.

 

Der Hl. Antonius von Padua-Altar

Der Hl. Antonius von Padua-Altar wurde 1843 errichtet. Er wurde von Antal Zakariás aus Kronstadt gestift et. Das originale Altarbild erhielt 1931 die Kapelle von Sófalva. Stattdessen wurde noch in demselben Jahr das heutige Altarbild auch zu Ehren des Hl. Antonius von Sándor Szopos, Künstler aus Klausenburg, gemalt. Das obere Altarbild zeigt den Hl. Bonaventura. Es wurde von Miklós Papp gemalt.

 

Die Kanzel

Die Kanzel ist 1835 von Miklós Papp, Künstler aus Kronstadt, erstellt worden. Auf den Seitentafeln der Kanzel sind die folgenden Darstellungen zu sehen: das Herabkommen des Heiligen Geistes und die vier Evangelisten. Auf dem Relief der Kanzeltür ist der Prophet Moses zu sehen. Er hält in seinen Händen die Zehn Gebote Gottes auf zwei Steintafeln. Auf dem Schalldeckel der Kanzel steht die Statue des Heiligen/ Erzengels Michael.

 

Der Hl. Margareta von Cortona-Altar

 Das Altarbild der Hl. Margareta von Cortona befi ndet sich im Altarraum. Sein Maler und Stift er ist unbekannt.

 

Der Triumphbogen und der Altarraum

 

Die Decke der Kirche wurde aus Holz angefertigt. Auf dem Triumphbogen steht eine lateinische  Chronostikon-Inschrift : 
ECCe MarIa pIo rVtILAnt tVa teCta nItore, qVae tIbI FrancIsCI tVurba pVsILLa LoCat. 
(Siehe Maria, Dein obdach, das Dir das kleine Volk von Sankt Franziskus errichtete, strahlt im prächtigen Licht.)
Die Großbuchstaben als römische Zahlen gelesen, ergeben die Jahreszahl 1834, das Jahr des Baus des Triumphbogens, der von József Erőss, Baumeister aus Kézdivásárhely, geschaff en wurde. 
Der Hauptaltar und dessen Hintergrund sowie die Altarkrone über dem Altar wurden 1848 angefertigt.

 

Die Sedilien des Klerus

Der Zelebrantensitz im Altarraum stammt aus dem Jahre 1847, es ist eine Spende. Der Beweis dafür ist die darauf stehende Überschrift : „Mein prachtvolles Wesen danke ich Herrn Ignátz Bálint Kapitán Huszár Vitéz aus Csíkszentgyörgy und dessen Frau Juliánna Bors Nemes.” 
Am oberen Rand steht die Unbefl eckt Empfangene Heilige Jungfrau von Engeln umgeben. Unten sind der Hl. Augustinus in der Mitte und zwei Diakonen zu beiden Seiten zu sehen.

 

Die Gnadenstatue

Der wertvollste Schatz des Heiligtums ist die Gnadenstatue der Heiligen Jungfrau und Gottesmutter
Maria. Sie wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts (1510-1515) im Renaissancestil aus Lindenholz geschnitzt.
Ihr Gestalter ist unbekannt. Die Statue ist 2,27 Meter groß, die größte aller bekannten Gnadenstatuen auf
der ganzen Welt. Sie stellt die mit der Sonne bekleidete Frau dar, mit dem Mond unter ihren Füßen und um
ihren Kopf trägt sie einen Kranz aus zwölf Sternen. Auf ihrem Haupt trägt sie eine Krone und in ihrer rechten
Hand hält sie das Zepter. Auf dem linken Arm der Gottesmutter sitzt ihr Heiliger Sohn, das Jesuskind. 1798 erlaubte Bischof Ignác Batthyány, dass die Gnadenstatue als wundertätig verehrt werden kann. Er schenkte ihr den verehrenden Titel „Die wunderbare, gegen Heretiker hilfreiche Mutter”.
Im Laufe der Jahrhunderte ereigneten sich mit der Gnadenstatue und um sie viele Wunder. Mehrmals strahlte sie in solch einem Licht, dass sie die ganze Kirche mit ihrer Helligkeit erfüllte. Beim Türken- und Tatareneinfall von 1661, als die Kirche in Brand gesetzt wurde, blieb die Gnadenstatue, wie durch ein Wunder, unversehrt.
In den vergangenen Jahrhunderten, bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts, wurde das Jesuskind durch das ganze Jahr in ein verziertes Gewand gekleidet. Die Farbe seines Gewandes veränderte sich nach liturgischer Zeit.

 

Die Votivgegenstände

An der rechten Seite der Gnadenstatue fl ankiert die Statue des heiligen Königs Stephan I., an der linken Seite die Statue des heiligen Ritterkönigs Ladislaus. Beide sind 2,60 Meter hoch und sie wurden 1905 in Grönden, Tirol geschaff en.
Auf die Fürsprache der Seligen Jungfrau Maria wurden viele Gebete erhört. Die Votivgegenstände an den beiden Seiten der Gnadenstatue, die aus Metall angefertigt wurden, zeugen von Gebetserhörungen. Sie wurden von den Gläubigen als Zeichen ihrer Dankbarkeit für die erhaltene Gebetserhörung gebracht. Die Gegenstände, die eine Hand, ein Bein, ein Herz oder andere Körperteile darstellen, wurden im 18. Jahrhundert aus Gold und Silber angefertigt. Die wertvollsten von ihnen wurden verkauft und, deren Erlös beim Bau der heutigen Kirche verwendet. Die im 20. Jahrhundert angefertigten Marmor-Votivtafeln bezeugen die Gebetserhörungen.

 

Die Sakristei-Türe

Die Reliefs an der Sakristeitür und an der Tür zum Flur hin wurden in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts geschaff en. Ihr Gestalter ist Sándor Vincefi , Bildhauer aus Szeklerburg. An der Sakristeitür im Altarraum sind Szenen aus der Geschichte Schomlenbergs dargestellt. An der Sakristeitür im Kirchenschiff sind Szenen aus der Lebensgeschichte von Sankt Franziskus zu sehen. 

 

Das Chorgestühl

Auf der linken Seite des Kirchenschiff es befi nden sich am Chorgestühl Reliefs, die in den 80er Jahren von László Imets, Künstler aus Szeklerburg geschaff en wurden. Sie stellen ungarische und franziskanische Heilige dar: die Hl. Elisabeth von Ungarn/Th üringen, die Hl. Margareta von Ungarn, den Hl. König Ladislaus, den Hl. Gerhard, den Hl. Emericus, den Hl. König Stephan I., den Seligen Mór Csáki, den Hl. Johannes von Capestrano, den seligen Mór von Pécs (Fünfk irchen), die Hl. Klára, den Hl. Antonius und den Hl. Franziskus.

 

Die Orgel

Die älteste Orgel der Gnadenkirche wurde 1659 von János Eperjesi gebaut. Sie wurde von P. János Kájoni gekauft und aufgebaut. 1661 verbrannte diese Orgel beim Türken- und Tatareneinfall. Nach der Zerstörung durch den Brand wurde sie 1664 von P. János Kájoni repariert und erweitert. 1859 wurde diese Orgel ausgetauscht. Die Orgel stammte vom Orgelbaumeister István Kolonics.
Die jetzige Orgel wurde 1931 nach den Plänen von József Geyer, Hochschullehrer der Budapester Musikakademie, von der Firma „Wegenstein Lipót Fiai“ in Temeswar gebaut. Ein Teil dieser Orgel stammt aus der Kolonics-Orgel, der Spieltisch der Orgel stammt aus Deutschland. Diese Orgel ist eine der modernsten Orgeln im ganzen Land, mit einem sehr schönen Klang. Sie verfügt über 40 Solovarianten und 2824 Pfeifen.

 

Die Krypta

Die Krypta wurde 1732 gebaut und 1838 erweitert. In erster Linie wurde in ihr die Asche von verstorbenen Franziskanern aufb ewahrt, aber in früheren Zeiten ließen sich hier auch die Laien, die einst Wohltäter des Klosters waren, begraben. Von den vielen hervorragenden Franziskanern ist auch Leonárd Losteiner (1744-1826), der Chronist des Franziskanerordens, hier begraben. In der Krypta der alten Kirche, die sich unter der St. Michaelskapelle befand, wurde Graf Kelemen Mikes, Obergespan der Region Háromszék, begraben. Sein Epitaph sieht man heute noch am Eingang der Kirche an der linken Seite.
Westlich und nördlich vor dem Eingang der alten Kirche befand sich ein Friedhof. Die neue Kirche wurde teilweise darauf gebaut. Am westlichen Rand des damaligen Friedhofs steht ein altes Steinkreuz aus dem Jahre 1653 bis heute an seinem alten Platz.

 

Die Glocken

Die alten Glocken der Gnadenkirche wurden am 17. Dezember 1916 vom Militär abmontiert und mitgenommen und aus diesen Glocken wurden Kanonen gegossen. Die neuen Glocken beschaff te man 1924. Die erste Glocke wurde zu Ehren der Seligen Jungfrau Maria gegossen, sie wiegt 1133 kg. Ihre Inschrift lautet: „Oh wundertätige Hl. Jungfrau Maria von Schomlenberg, schütze Dein Szekler-Volk und hilf ihm!” Die Glocke, die zu Ehren des Herzens Jesus gegossen wurde, wiegt 752,5 kg. Die Inschrift dieser Glocke lautet: „Göttliches Herz Jesus, führe die Siebenbürger Söhne des Hl. Franziskus auf deinem himmelischen weg in den schweren Zeiten unserer Drangsal.” „Hl. Franziskus, unser Vater und großer Ordensgründer, bete für uns!” Dieses Bittgesuch steht an der dritten Glocke zu Ehren des Hl. Franziskus, die 339,5 kg wiegt. Das Glockenspiel ergänzt die vierte Glocke zu Ehren des Hl. Antonius, die 150,5 kg wiegt. Die Inschrift der Glocke ist: „Ihr alle kommt zum Hl. Antonius, wenn ihr Wunder sehen möchtet.” Der Einklang der Glocken gibt den Klang C-ESZ-G-C. Alle Glocken erklangen zum ersten Mal am 6. Juni 1924.

 

Die Sankt Johannes-Kapelle

Diese Kapelle an der Mauer des alten Friedhofs wurde 1767 zu Ehren des Hl. Johannes von Nepomuk von Imre Salamon bauen und weihen lassen. Am Anfang stand die Kapelle vor dem Eingang der alten Kirche. Beim Bau der neuen Gnadenkirche wurde die 4,44 Meter lange und 3,27 Meter breite Kapelle abgerissen und auf dem leeren Grundstück der Kirche gegenüber wieder aufgebaut. Weil die Statue des Hl. Johannes am Altar sehr beschädigt war, wurde sie 1928 mit einem Bild der Hl. Elisabeth von Ungarn/Thüringen ausgetauscht.

 

Die Salvator-Kapelle

Die Salvator-Kapelle befi ndet sich auf dem Berg namens Kleiner Schomlen. Man kennt die genauen Daten des Errichtens dieser Kapelle nicht. Nach Leonárd Losteiner wurde sie als Erinnerung an die Belagerung Belgrads (altungarisch Nándorfehérvár) und an den Sieg im 15. Jahrhundert gebaut: „Johannes Capistranus und der große Staatsmann und Heeresführer Hunyadi baten am 8. August 1456, am Fest der Verklärung des Heilands (Salvator), um seine Hilfe und so gewannen sie die Schlacht. “
Die mittelalterliche, einschiffi ge, gewölbte Kapelle mit quadratischem Altarraum wurde 1680 mit Hilfe von Spenden der Staatsmänner Kelemen Mikes und Sámuel Kálnoki, erweitert. Aus diesem Jahr stammt auch das Tonnendach mit deren Wappen. Um das Jahr 1800 wurden die Darstellungen der Kassetten sowie das Geländer mit Kassetten am westlichen Chorlaufgang gemalt. Die Kassetten des Gewölbes, deren Rahmen mit Engeln und mit pfl anzlicher Ornamentik geschmückt sind, zeigen Heiligen-, Apostel-, Franziskaner-, Jesuiten-, und Eremitenpaare (beginnend von vorne rechts): den Hl. Ignatius von Loyola und den Hl. Franz von Xaver; den Hl. Franziskus von Assisi und den Hl. Antonius von Padua; die heiligen Eremiten: den Hl. Antonius, den Hl. Paul und den Hl. Benedikt Zorárd und seine ungarischen Gefährten. Die dargestellten Aposteln sind: Jakobus der Ältere, Philippus, Petrus, Paulus, Johannes, Andreas, Jakobus der Jüngere, Simon, Bartholomäus, Th addäus und Matthäus. 
Der Flügelaltar der Kapelle an der linken Seite stellt die Szene der Verklärung des Herrn dar. Das Patrozinium der Kapelle ist das Fest „Die Verklärung des Herrn“ am 6. August. Die Bilder an den zwei Flügeltüren des Flügelaltars zeigen den Hl. Josef, den Hl. Franziskus, den Hl. Apostel Paulus und den Hl. Antonius von Padua. Im Inneren der Kapelle steht im Halbbogen an der Mauer die Inschrift : „Göttlicher Heiland (Salvator)!
Diese Heerschar steht im heiligen Kampf. Wer Dich aus ganzem Herzen anbetet, der soll das Reich des Himmels erreichen.” Draußen, an der rechten, südlichen Seite der Kapelle steht die Inschrift : „Wir erwarten
den Erlöser, unseren Herrn Jesus Christus, der unseren von Gott erschaff enen, demütigen Leib seiner Verklärung ähnlich formen wird. Philipp. IV. 20.” 
Eine Inschrift an der nördlichen Seite der Kapelle bezeugt die Zeit der Renovierung und die Zweckbestimmung der Kapelle und sie lautet folgendermaßen: „Diese Kapelle des verklärten glorreichen Erlösers wurde nach 200 Jahren im Großen und Ganzen renoviert. DoMUs SaLVatoris et JanVa IVstIfICatIonIs poenItentIbVs.” Die fünf Kassetten des Chorgeländers zeigen die Selige Jungfrau Maria als Patrona Hungariae (Patronin Ungarns) in der Mitte und die zwei heiligen ungarischen Könige, den Hl. Stephan I. Und den Hl. Ladislaus sowie Blumenornamentik. Der Hauptaltar wurde 1679 von Katalin Kornis, Frau von János Haller, gestift et. Im
Zentrum des Altarbildes steht Christus mit dem Kreuz in seiner Hand. An seinen beiden Seiten sind der hl. Apostel Johannes und die hl. Märtyrerin Katharina. Das Bild des südlichen Nebenaltars vor dem Triumphbogen
stellt die Golgotha-Szene, den Kreuzestod unseres Herrn Jesus Christi dar. Das Bild des nördlichen Nebenaltars zeigt Maria als Königin mit dem Jesuskind auf ihrem Arm. Die Komposition und das Ornament des Altarbildes
stammen aus der Zeit der Spätrenaissance. An der südlichen Seite befi ndet sich eine einfache gothische Tür mit der Inschrift : „Renov. Salvator 1678“. Diese war der originale Eingang. Im Mittelalter wurde die Kapelle von Steinmauern umgeben.

 

Der immerwährende Wächter der Salvator-Kapelle ist der Eremit. Man weiß nicht genau, seit wann hier Eremiten leben, aber sie waren schon im 18. Jahrhundert trotz des Verbots (1782) des Kaisers Josef II. und auch danach hier. Die Eremitenhütte wurde 1944 neugebaut. Der damalige Eremit hieß Imre Jakab, er zäunte die Fläche um die Kapelle ein und pfl anzte auf diesem Grundstück Obstbäume.

 

Die Kapelle des Leidenden Jesus

Östlich von der Salvator-Kapelle befi ndet sich die kleine Kapelle des Leidenden Heilands. Sie ist eigentlich eine winzige Nische, in der die Statue des an eine Säule gefesselten Jesus zu fi nden ist. Jesus ist kniend dargestellt. Die Statue stammt aus dem Jahre 1810. Außerdem ist noch eine lateinische Inschrift an der westlichen Seite der Kapelle zu lesen: „sIne Inter MIssIone orodItIs Deo In LoCo Isto et Plae oratIones Vestrae AtqVe sUspIrIa non erUnt InanIa.“ (An diesem Ort soll der Herr ständig angebetet werden und Eure Fürbitten werden nicht vergebens gesprochen sein.)

 

Die Sankt Antonius-Kapelle

Am westlichen Hang des Berges Kleiner Schomlen befi ndet sich die Sankt Antonius-Kapelle. Die erste Kapelle zu Ehren des heiligen Antonius errichtete nach dem Türkenund Tatareneinfall von 1661 ein Franziskanerbruder namens Jakab Márk selber, nachdem er die Hilfe des Heiligen Antonius erfahren hatte und auf dessen Fürsprache von dieser Grausamkeit verschont geblieben war. An dieser Stelle wurde zwischen 1750-1773 die heutige Kapelle gebaut. Das barocke Altarbild stellt den Hl. Antonius als Schutzpatron dar. In dieser Kapelle begann 1741 die sog. Große Novene (9-tägiges Gebet) zu Ehren des Hl. Antonius von Padua.

 

Das Patrozinium der Gnadenkirche

Das Patrozinium der Gnadenkirche feiert man jährlich am 2. Juli, am Fest Mariä Heimsuchung. In der katholischen Kirche waren die Franziskaner die Ersten, die schon im 13. Jahrhundert diesen Feiertag feierten und verbreiteten. Sie brachten dieses Fest auch nach Schomlenberg. So erhielt 1448 die Schomlenberger Kirche dieses Patroziniumfest. Schon in den früheren Zeiten, noch bevor die gotisch Kirche gebaut worden war, die von Franziskanern verbreitete Marienverehrung lebendig. Dies bezeugt die Bulle des Papstes Eugen IV. von 1444 namens „Dum praecelsa”: „Große Scharen von Gläubigen pfl egen hierher zu kommen, um gemeinsam zu beten und sie kommen oft an diesem Ort immer wieder zusammen.”

 

Die Pfi ngstwallfahrt

1567, in der Zeit der Reformation, wollte Zsigmond János, der Fürst Siebenbürgens, die Csíker, Gyergyóer und Kászoner mit der Hilfe seiner Heerscharen zwangsunitarisieren. Das Volk dieser drei Szekler-Regionen verteidigte seinen Glauben unter der Leitung vom Pfarrer István aus Gyergyóalfalu. Während die Alten, die Frauen und die Kinder am Pfi ngstsamstag in Schomlenberg beteten, zogen die Männer auf den Tolvajos-
Berg, wo sich die zwei Heere trafen. Das Heer aus der Region Csík besiegte die Truppen des Fürsten Zsigmond János und kehrte siegreich nach Schomlenberg zurück. Bei der Heimkehr hatten die Sieger grüne Birkenzweige in ihren Händen. Die gläubigen Pilger gedenken dieses bedeutenden historischen Ereignisses, wenn sie an der Schomlenberger Pfi ngstwallfahrt teilnehmen. Am Anfang pilgerten nur die Gyergyóer, Csíker und Kászoner nach Schomlenberg, später schlossen sich auch die Háromszéker, Udvarhelyszéker, Marosszéker und die Tschango-Ungarn aus der Moldau der Wallfahrt an. Die Pilgergruppen zogen mit Kruzifi x und Fahnen in Schomlenberg ein. Während des Pilgerweges wurde rhythmisch geklingelt. Wenn sie ankamen, wurden sievor der Sankt Johannes-Kapelle von einem Franziskaner empfangen. Die Pilger nahmen in der Gnadenkirche oder am Platz vor der Kirche an der Heiligen Messe teil, sie gingen zur Beichte, empfi ngen die heilige Kommunion, begrüßten die Selige Jungfrau Maria. Danach machten sie sich auf den Weg, um eine Prozession zu starten. Vorne gingen die Pilger mit geschichtlichem Vorrang aus Alfalu, nach ihnen die anderen, oben schon erwähnten, Pilgergruppen der verschiedenen Regionen. Alle Wallfahrer nahmen an der Prozession, die zum Berg Kleiner Schomlen hinauff ührte, teil. Als der Oberpriester den Berg Kleiner Schomlen umlaufend an der
Salvator Kapelle ankam, sangen die Pilger das Kirchenlied „Ganz schön bist Du, Maria”. Nachher segnete er alle Anwesenden. 1949 fand die letzte Pfi ngstwallfahrt vor der Zeit des Kommunismus statt, kurz vor der Verhaft ung des Bischofs Áron Márton. Während des Kommunismus versuchte das Regime mit mehreren Methoden die Pfi ngstwallfahrt zu verhindern. Deswegen wurde auf die feierliche Prozession verzichtet. Auch die Anzahl der Pilger ließ während dieser Jahre deutlich nach. 1990 war das Jahr des Wiederbeginns der früheren, vor 1950 traditionellen feierlichen Pfi ngstwallfahrten. Die festliche Eucharistiefeier wird ab 1993 wegen der zunehmenden Pilgerzahl auf dem breiten Bergsattel zwischen den zwei Bergen Kleiner und Großer Schomlen gefeiert. Die große Prozession mit dem Kordon folgt auch heute noch der traditionellen Strecke.

 

Das Labarum,

das an der linken Seite des Hauptaltares seinen festen Platz hat, gehört zu den wertvollsten Abzeichen der Gnadenkirche und der Pfi ngstwallfahrt. Im Altertum, unter der Herrschaft des Kaisers Konstantin I. (306-337), war es Fahne des Heeres und Zeichen des Sieges. Das Labarum der Gnadenkirche wurde wahrscheinlich zum Andenken an den Sieg beim Hargita-Gebirge (1567) angefertigt. Es wird jedes Jahr bei der Pfi ngstwallfahrt von den besten Schülern des letzten Jahrgangs am römisch katholischen Hauptgymnasium getragen, gefogt vom Bischof und dem Klerus. 
Der Heilige Stuhl bewilligte am 7. Mai 1936 vollkommenen Ablass denjenigen, die wenn-immer die Schomlenberger Gnadenkirche besuchen, zur Beichte gehen, die eucharistische Kommunion empfangen und in den Anliegen des Papstes beten.

Dieser Ablass ist einmal am Tag zu erlangen.

 

Der Kreuzweg am Jesus-Hang

Vom Fuße des Berges Kleiner Schomlen führt ein Kreuzweg zur Salvator-Kapelle hinauf auf dem steilsten Hang, der vom Volk Jesus-Hang genannt wurde. Dieser Weg ist sehr schwierig, doch bei den Pilgern sehr beliebt. Für sie ist er ein wichtiger Teil der Wallfahrt. Hier beten die Pilger vor den einzelnen Stationen des Kreuzweges und gedenken der Leiden Christi. Die alten Stationen stammen aus dem Jahr 1868, die neuen wurden nach dem Ersten Weltkrieg vom Steinmetz József Kovács aus Zsögöd gefertigt.

 

Das Fest Mariä Namen im Herbst

Am Sonntag nach dem Fest Mariä Geburt feiern die Szekler den Herbst-Kirchentag und am 12. September die Wallfahrt Mariä Namen. Die Pilger kommen diesmal nicht mit Fahnen, doch mit großem Eifer und andächtig, um die Selige Jungfrau Maria zu begrüßen, ihr zu „gratulieren“ und Ablass zu erhalten. Dieses Fest wird auch die Wallfahrt der Szekler genannt.

 

Die Große Novene zu Ehren des Heiligen Antonius

Nach Losteiner begannen die Novenen zu Ehren des Heiligen Antonius 1617. Seit 1720 zogen am Fest des Heiligen die Schüler aus Schomlenberg zusammen mit den Mitgliedern der in diesem Jahr gegründeten Sankt Antonius Bruderschaft mit dem Kruzifi x in einer Prozession zur Sankt Antonius-Kapelle hinauf. Das Volk der Region Csík schloss sich den Jugendlichen an und damit begann die Tradition der neun Schomlenberger Dienstagsgottesdienste mit Festpredigten.

 

Die Ersten Samstage

Im Herbst 2008 begann die Andacht zu Ehren der Seligen Jungfrau Maria, die sogenannte Begrüßung Mariens. Die Pilger kommen ihr zu Ehren an jedem ersten Samstag im Monat zusammen. Das Gebetsprogramm beginnt am Abend und beinhaltet die festliche Eucharistiefeier, das Rosenkranzgebet und anschließend die Kerzen-Prozession.
 

Die Klarissen

Die Klarissen, der Zweite Orden des Hl. Franziskus siedelten sich 2000 in Schomlenberg an. Sie führen nach dem Vorbild der Hl. Klara von Assisi ein kontemplatives Leben.

 

Das Treff en der Tausend Szekler Mädchen

Am Anfang des 20. Jahrhunderts mussten die Szekler Mädchen in größere rumänische Städte des Altreichs (Regat), Bukarest, Galaţi, Brăila ziehen, um eine Arbeit zu fi nden und so ihren Lebensunterhalt sichern zu können. Man befürchtete, dass ihre Moral sich mit dieser Veränderung verschlechtern würde. Der Schomlenberger Kloster Hausvikar Pater Gábor Takács organisierte zusammen mit zwei Schwestern der Sozialen Dienste, Andrea Stettner und Flóra Zakariás, als Gegenschritt zum damaligen drohenden Zeitgeist „Das Treff en der Tausend Szekler Mädchen”. Das erste Treff en fand am 7. Juli 1931 statt. An diesem Fest nahmen 1600 Szekler Mädchen in Volkstracht gekleidet teil. Sie gingen alle zur Beichte und zur Kommunion, spielten und tanzten zusammen und sie legten gemeinsam auch ein Gelübde ab, dass sie in der Zukunft auf ihren Glauben, auf ihre Volkstracht und ihre Traditionen sowie auf die Moral beharren werden. Nach dieser ersten Zusammenkunft trafen sie sich jedes Jahr am Samstag nach dem Fest Mariä Heimsuchung, sofern dieses Treff en von den Behörden nicht verboten wurde.
„Ihr sollt wissen, dass zu dieser Volkstracht nicht nur der Rock, das Schlafi ttchen und die Weste gehören. Zu ihr gehören noch zwei sehr wichtige Zubehöre dazu, und zwar das Gebetsbuch und der Rosenkranz. Ohne diese ist die Volkstracht nicht vollständig. Sie stehen für die Feinfühligkeit, die Zärtlichkeit und die Religiosität. Ohne sie ist die uralte Volkstracht nicht vollständig und sie ist nur noch Verspottung unserer Vorfahren, die tiefgläubig und feinfühlig waren.”- erklang 1931 in der Predigt von P. Gábor Takács.

 

Schomlenberg im Dienste der Bildung und der Kultur

Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Gnadenkirche und das Kloster auch das Kulturzentrum dieser Gegend. Die Franziskaner unterrichteten von Anfang an die Söhne des Volkes, am Anfang nur in der Grundstufe, später auch in der gymnasialen Oberstufe. Die Gnadenkirche ist von zwei Gebäudekomplexen umgeben. Östlich von der Kirche befi ndet sich ein langes Gebäude, das das ehemalige Gymnasium, Internat und Lehrerausbildungsanstalt für Grundschullehrer beherbergte. Das Gebäude westlich von der Kirche war der Sitz der Regionen Csík, Gyergyó und Kászonszék, erst später beherbergte es das Internat des Gymnasiums sowie die Lehrerausbildungsanstalt. Mihály Lukács (1678-1730), Erzdekan der Region Csík und Pfarrer von Kozmás war der Stift er eines Internats in Schomlenberg. Dadurch ermöglichte er die Weiterbildung von vielen Jugendlichen der Region. 1858 gründete P. Jukundián Simon mit der Unterstützung des Siebenbürgerischen Bischofs Lajos Haynald die Kantoren- und Lehrerausbildungsanstalt. Hier wurden die Kantoren und Lehrer der zweiten Hälft e des 19. Jahrhunderts und die der ersten Hälft e des 20. Jahrhunderts ausgebildet. Das Gymnasium wurde von den Franziskanern der Diözese übergeben, es zog ins Gebäude des heutigen Márton Áron Gymnasiums und dort bestand es als Katholisches Hauptgymnasium weiter bis 1948, als es säkularisiert wurde.

 

Die berühmten Schomlenberger Mysteriendra-men führten die Schüler der Franziskaner in den 1700 er Jahren an Hochfesten wie Ostern, Pfi ngsten oder am Fest des Heiligen Antonius auf. Das war der Beginn des Theaters im Szeklerland.

 

Die Druckerei 

Die Franziskaner gründeten 1675 eine Druckerei, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts existierte. Bis zur Entstehung der Klausenburger Druckerei der Jesuiten von 1727 war die Schomlenberger Druckerei die einzige katholische Druckerei in Siebenbürgen. Sie verdankt ihre Gründung P. János Kájoni dem Polyhistor Mönch dieses Kloster. Das erste gedruckte Werk war Kájoni Cantionale Catholicum, ein latein- und ungarischsprachiges kirchliches Gesangbuch von 1676. In der Druckerei wurden hauptsächlich kirchliche Werke gedruckt: Gesangbücher, Kalendarien, Ordensregeln, Predigten, Gebete, aber auch geschichtliche, juristische, philosophische und auch kürzere literarische Werke, sowie mehrere latein- und ungarischsprachige Lehrbücher für die Schomlenberger und die anderen katholischen Schulen. 1849 wurden hier die Publikation namens „Hadi Lap” und mehrere Schriften mit revolutionärem Charakter gedruckt. Mehrere Exemplare der Handdruckerei befi nden sich in den Museen von Klausenburg und Szeklerburg. Neben der Druckerei gab es auch eine Werkstatt für Buchbinderei, in der auch auf Bestellung Bücher und Schrift en gedruckt und gebunden wurden. Die Franzbände wurden mit der Technik des Hohlprägens und der Vergoldung verziert. Die erhalten gebliebenen Werkzeuge für Buchverzierungen sind im Csíki Szekler Museum zu sehen.

 

Die Bibliothek

Die Franziskaner gründeten in Schomlenberg eine Bibliothek mit mehreren tausend Bänden. Der Ursprung und die Entstehung dieser Bibliothek geht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Die Bibliothek hatte eine der größten und wertvollsten Büchersammlung Siebenbürgens. Es sind 96 Erstdrücke erhalten geblieben. Die bemalten Pergament-Kodexe aus den 16.-17. Jahrhunderten sind echte Raritäten, unter ihnen gibt es zahlreiche ganz wertvolle alte ungarische Publikationen und handgeschriebene Bände. Daher ist diese Sammlung von Büchern von großer Bedeutung. Die Schomlenberger Bibliothek ist die einzige katholische kirchliche Bibliothek in ganz Siebenbürgen, die die Reformation überlebte. Fast alle Bücher befi nden sich heute im Csíki Szekler Museum. Neben dem Franziskanerkloster existierte in den 17.-18. Jahrhunderten auch eine Bilderschrift -Werkstatt.

 

Kunstschätze im Franziskanerkloster

Wegen der Unbilden der Jahrhunderte wurden die Kunstschätze der Gnadenkirche immer weniger. Der wertvollste Kunstschatz, der bis heute erhalten blieb, ist das Kreuz der Silberkrone der Gottesmutter, das im 18. Jahrhundert vom Bischof Ignác Batthyány gestift et wurde. Außerdem gibt es noch vier alte Kelche aus dem 15. und 16. Jahrhundert sowie ein bischöfl iches Brustkreuz aus Silber, das angeblich dem Bischof Kázmér Domokos gehörte.